Beruf, Familie, Partnerschaft, Alltag – Working Moms jonglieren jeden Tag eine unglaubliche Vielzahl an Aufgaben. Und obwohl sie so viel leisten, wird ihr Alltag oft unterschätzt oder romantisiert. Was man nicht sieht: punktuelle Überforderung, Erschöpfung, Schlafmangel – und dass irgendeine von all den Aufgaben immer hinten runterfällt. Umso wichtiger, als Mama zu wissen, dass man nicht alleine ist. Und dass es andere Frauen gibt, bei denen man sich Inspiration und Ermutigung holen kann. Im Folgenden zeige ich dir 10 Blogs und Podcasts, die offen, ehrlich und inspirierend über die Realität als (berufstätige) Mutter schreiben – oder andere elementare (Mama-)Themen bewegen.
1. Saskia Dierkes und Luisa Zylka (Blog & Podcast)

Saskia und Luisa sind Unternehmerinnen, Mütter und Gründerinnen der App beAlice – sowie Hosts des gleichnamigen Blogs und Podcasts. Gemeinsam sprechen sie über mentale Gesundheit, Selbstorganisation und persönliche Entwicklung im Mama-Alltag.
Ihr Blog und Podcast redet mitten ins Alltagsleben von berufstätigen Müttern hinein. So besprechen sie beispielsweise Themen wie Überforderung im Alltag lösen: Die 3 größten Denkfehler und wie du sie vermeidest
Oder: Die 3 unsichtbaren Energiefresser, die dich jeden Tag auslaugen .
Daneben gibt Saskia in ihrem Podcast „Mama will reden“ noch mehr Impulse zum Nachdenken und zur Entlastung. Meine persönliche Hörempfehlung: „Karriere nach dem ersten Kind? Hör auf, Ausreden zu glauben.“ Allein der Titel ist schon wunderbar provokant, nicht wahr?
2. Nina Binvel: Blog

Nina Binvel ist Coach, Speakerin und ehemalige Journalistin. Sie bereichert die Bloglandschaft der Frauen-Blogs mit ihrer einzigartigen Verbindung von Frankreich-Flair mit Themen wie Selbstwirksamkeit, Berufung und mentaler Gesundheit. Ganz besonders gefällt mir persönlich, dass sie auch Design Thinking thematisiert, genauer: Life Design, zum Beispiel im Artikel „Businessaufbau für Frauen: Die 7 klassischen Fehler – und wie du sie vermeidest“ oder auch: „Schluss mit dem Druck: wie du den mental load im Neuen Jahr reduzierst“. Nina kommt dabei immer auf den Punkt und redet nicht lange drum herum – und das auf eine unterhaltsame, sympathische Art – a la française, eben 😉
Persönliche Leseempfehlung von mir: der Artikel „Wenn Nichtstun zur Superkraft wird„. In dem Artikel schreibt Nina über die Frage: Wer bin ich, wenn ich nichts tue? Und begegnet damit dem Zeitgeist, der uns weis machen will, dass wir immer etwas leisten müssen.
3. Smart Mama-Blog: Sandra Runge
Mamas haben immer Recht, oder?
Leider nicht im Alltag – Frauen und vor allem Mütter haben doch noch immer oft das Nachsehen, vor allem im Berufsleben. Und genau da kommt Sandra Runge ins Spiel: Sandra ist Juristin, zweifache Mutter und Gründerin der Initiative proparents, die sich für den Schutz von Eltern vor Diskriminierung im Job einsetzt. Auf ihrem Blog Smart Mama klärt sie über Rechte und Möglichkeiten im Berufsleben auf – verständlich, konkret und mit ganz praktischen Hilfen. So finden sich auf ihrem Blog beispielsweise viele Musterschreiben für unterschiedliche Anlässe, zum Beispiel ein Musterschreiben zur Beantragung der Familienstartzeit .
Wie es zur proparents-Iniative kam, liest du zum Beispiel hier.
Ein Blog, der nicht nur informiert, sondern Eltern ganz praktisch stärkt.
4. Hanna Drechsler: Equal Care – Impulse für eine feministische Elternschaft (Podcast)

Bei Hanna Drechsler geht es nicht in erster Linie um berufstätige Mütter – und irgendwie auch doch, denn: Feminismus in der Elternschaft ist ihr Thema. Und es ist brandaktuell. Denn in einer Zeit, in der junge Männer sich zu konservativen Rollenbildern und Rollenaufteilungen zurücksehnen und die Gesellschaft immer mehr nach rechts rückt, braucht es umso mehr Frauen, die sich bewusst für das eine oder das andere entscheiden. Feministische Elternschaft bedeutet ja nicht nur, moderne Familienmodelle zu leben, sondern ganz besonders, über die eigene Rolle zu reflektieren und darauf aufbauend zu entscheiden, was ich persönlich für mich und meine Familie will. Das kann eine konservative Mutterrolle sein, es kann aber auch eine Familie sein, in der beide Elternteile Teilzeit arbeiten und sich gleichmäßig um Haushalt und Kinder kümmern. Oder noch etwas anderes.
Hanna bewegt sich in diesem Spannungsfeld: Sie ist systemische Coachin, Speakerin und Mutter – und sie bringt mit ihrem Podcast frischen feministischen Wind in die Eltern-Community. Sie spricht über Themen wie mentale Gleichberechtigung, Rollenbilder und Care-Arbeit – mit Tiefgang und Verständnis für die Grautöne dazwischen. In ihrem Podcast gibt Hannah immer wieder Impulse zum Nachdenken, darüber, wo in unserem Denken, Fühlen und Alltag noch patriarchale Strukturen verborgen sind und zeigt, dass wir mit unserem Empfinden, beispielsweise von Schmerz, nicht alleine sind. Über kollektiven Schmerz spricht sie beispielsweise in der Podcastfolge: „Was wäre, wenn du die Erste bist?“
Und in der Folge „Urlaub vom Patriarchat“ gibt es ein Interview zum Thema Matriarchat und warum ein Systemsturz für uns Mütter auch keine Lösung ist. Damit ist sie auch im politischen Kontext hochaktuell.
5. Annette Lippert: leading mothers (Blog)

Annette Lippert ist Führungskraft, Coach und Mutter – und sie weiß aus eigener Erfahrung, wie anspruchsvoll die Vereinbarkeit von Familie und Karriere sein kann.
Sie ist dennoch der Meinung: gerade wir Mütter dürfen uns Führungspositionen zutrauen!
Auf ihrem Blog leading mothers teilt sie deshalb Gedanken und Strategien von Frauen, die in Führungspositionen stehen. Und das in einem besonderen Format: Sie stellt jede Woche eine Mutter in Führungsposition vor und stellt ihr drei Fragen.
Eine Frage ist immer: Welche Top 3 Führungseigenschaften habe ich durch Kindererziehung/Familienmanagement gelernt bzw. optimiert?
Damit stellt sie indirekt anhand gelebter Beispiele den Spillover-Effekt heraus und macht ihn greifbar. Die anderen Fragen variieren, von „Wenn ich das früher gewusst hätte“ bis hin zu „Was ist mein persönlicher Geheimtipp?“. Die Porträts der Mütter sind dadurch klar und auch mal für einen ruhigen Moment zwischendurch zum lesen geeignet, denn sie kommen immer auf den Punkt. Sie ermutigen uns nicht nur durch die Vorbilder, die wir dort kennen lernen, sondern sie inspirieren uns auch für unser eigenes Berufsleben und für die Frage, wie wir Familie leben wollen.
6. Anne Dittmann: Solo Moms (Podcast)

Besonders herausfordernd ist die Vereinbarkeit von Familie und Beruf für alleinerziehende Mütter. Geteiltes Leid ist aber bekanntlich halbes Leid: Deshalb meine Empfehlung: der SOLO MOMS Podcast von Anne Dittmann. Anne bringt dort nicht nur das Thema Vereinbarkeit zur Sprache, sondern auch viele andere Themen, die Alleinerziehende beschäftigen, darunter Finanzen, Rechtsberatung für Alleinerziehende oder auch „Bindung ohne Burnout: Darauf können Alleinerziehende achten“. Sogar vor dem Thema Dating schreckt sie nicht zurück. In diesem Podcast findest du viele interessante und ermutigende Impulse von Anne, aber auch tolle Interviews mit anderen Expertinnen.
Anne hat darüber hinaus noch viele andere spannende Projekte. Auf ihrer Website findest du eine Vielzahl von Artikeln und Kommentaren, darunter auch zu Gewalt gegen Mütter oder zum Thema neurodiverse Kinder. Es lohnt sich, reinzuschauen!
7. Natascha Wegelin: Own it. Der Female Finance Podcast
Finanzen sind kein klassisches Mütter-Thema? Falsch! Wir Frauen waren zwar nicht immer die, die das Geld verdient haben – was inzwischen auch anders ist. Aber wir waren doch fast immer, die den Umgang mit den Ressourcen gemanagt haben, auch mit den finanziellen. Wir sind die, die den Einkauf organisieren. Wir sind die, die für Kleidung sorgen, die den Urlaub raussuchen, die entscheiden, was man sich als Familie leisten kann oder nicht. Das hat sich bis heute nicht geändert (auch wenn es natürlich tolle Väter gibt, die sich ebenfalls darum kümmern).
Aber wir sind auch die, die von Altersarmut, dem Gender Pay Gap und dem Gender Pension Gap am meisten betroffen sind. Wir sind die mit der motherhood penalty. Und: Alleinerziehende sind die Gruppe, die am meisten armutsgefährdet ist.
Umso wichtiger, uns als Mütter bewusst mit dem Thema Finanzen auseinanderzusetzen. Und zwar nicht nur mit dem Finanzmanagement im Alltag, sondern auch mit Vermögensaufbau – als Vorsorge für die Zukunft, fürs Alters oder für unsere Kinder.
Dieses Thema – finanzielle Selbstbestimmung für Frauen – nimmt Natasche Wegelin alias Madame Moneypenny in ihrem Podcast „Own it. Der Female Finance Podcast“ auf. In ihrem Podcast erklärt Natascha beispielsweise wie Depots funktionieren und wie man richtig investiert, sie spricht über die Beziehung zum Geld und über Money-Mindset. Und sie kommentiert politische Entwicklungen, die uns im Finanzbereich betreffen, beispielsweise in der Folge: Das Rentenpaket: Die Politik nennt es Reform – ich nenne es Kapitulation.
Daneben behandelt der Podcast aber auch andere Frauen-relevante Themen wie: Warum Mütter oft Verantwortung tragen – aber nie als mächtig gelten.
Ein Podcast, der nicht vordergründig für Mütter gedacht ist – aber uns doch betrifft!
8. Lisa & Katharina: Stadt Land Mama (Blog)
Stadt, Land, Mama ist ein echter Klassiker unter den Elternblogs – gegründet von Lisa Harmann und Katharina Nachtsheim, beide Journalistinnen, dreifache Mütter und Freundinnen. Die beiden schreiben mit viel Herzblut und Authentizität über das, was Elternschaft wirklich ausmacht: Chaos, Liebe, Zweifel, Glück.
Ein Artikel, der mir gut gefallen hat, ist beispielsweise „Der Traurigkeit begegnen: Warum wir unsere Tränen brauchen“. Darin erfährst du, was Traurigkeit mit Kreativität zu tun hat, und auch, wie wir unsere Kinder richtig bei Traurigkeit begleiten können.
Eine weitere Leseempfehlung auf dem Blog von Lisa und Katharina ist der Artikel „Feminismus to go: Konkrete Handlungstipps für mehr Gleichberechtigung“. Hier geht es darum, dass Gleichberechtigung längst noch nicht erreicht ist – der Artikel regt an, altbekanntes zu hinterfragen und auch im Alltag mit kleinen Dingen schon Veränderungen zu bewirken.
Lisa und Katharina zeigen auf ihrem Blog, wie vielfältig Elternschaft – und Mutterschaft – ist, und dass wir Mütter weit mehr Themen bewegen als nur Kita, Kinderzimmer und Mittagessen.
9. Little Years – das Online-Magazin für moderne Eltern
Little Years ist längst eine feste Größe in der Eltern-Community. Die Gründerinnen Nora und Isabel schreiben (gemeinsam mit ihrem Team) über Themen, die Eltern heute bewegen – ehrlich, vielfältig und oft auch politisch.
Von Interviews mit spannenden Müttern und Vätern über Kolumnen zu Care-Arbeit bis hin zu Stilfragen und Gesellschaftsthemen – hier findet man alles, was moderne Elternschaft ausmacht.
Besonders empfehlenswert: Der Beitrag „Warum wir endlich aufhören müssen, Mütter zu bewerten“ – ein Text, der Mut macht, den eigenen Weg zu gehen.
Little Years schafft es, Elternschaft aus der Schublade zu holen und zeigt, dass Gleichberechtigung, Mode, Kultur und Familienleben wunderbar zusammenpassen können.
10. Vereinbarkeit jetzt – Blog
Kein klassischer Blog, aber unheimlich informativ und breit gefächert: Eine Plattform voller Wissen und Praxisbeispiele. Gegründet wurde sie von Nadine Quosdorf, die nach ihrer eigenen Erfahrung als berufstätige Mutter und Unternehmerin eine Bewegung starten wollte, die mehr Bewusstsein für faire Arbeitsbedingungen schafft.
Hier findest du Beiträge zu allem, was Mütter im Arbeitsleben betrifft: von Finanzwissen über betriebliche Kinderbetreuung bis hin zu Diversity-Themen und Gleichstellung in Unternehmen.
Besonders spannend finde ich, dass hier auch Väter, Arbeitgeberinnen und Organisationen zu Wort kommen. Das zeigt: Vereinbarkeit geht uns alle an. Die Interviews mit Unternehmen, die mit gutem Beispiel vorangehen, machen Mut und zeigen, wie Veränderung konkret aussehen kann.
Bei vereinbarkeit.jetzt erkennt man, das Vereinbarkeit ein unheimlich komplexes Thema ist, weil so viele Faktoren hineinspielen. Und zwar nicht nur für unternehmen, sondern auch für uns Mamas.
Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie ist keine leichte Aufgabe – und jede Working Mom geht ihren ganz eigenen Weg. Diese inspirierenden Blogs zeigen, dass es viele unterschiedliche Lösungen, Perspektiven und Geschichten gibt. Und noch viele Themen drumherum, die dabei mitgedacht werden müssen.
Ob Tipps für den Wiedereinstieg, ehrliche Einblicke in den Alltag oder Ermutigung für die Karriereleiter – eines haben sie alle gemeinsam: Sie machen Mut und schaffen Verbundenheit.
Ein großes Dankeschön an all die wunderbaren Bloggerinnen und Plattformen, die ihre Erfahrungen teilen und andere Mütter damit empowern!
Und jetzt bist du dran: Welcher Blog hat dich besonders angesprochen? Teile ihn gerne.
